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Eine inspirierende Karriere über mehr als 20 Jahre innerhalb eines Unternehmens
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Eine inspirierende Karriere über mehr als 20 Jahre innerhalb eines Unternehmens

Autor
Romano Roth
Ich bin überzeugt: Der nächste Wettbewerbsvorteil ist nicht AI selbst, sondern die Organisation drumherum. Als Chief AI Officer bei Zühlke arbeite ich mit C-Level-Führungskräften daran, Unternehmen zu bauen, die wahrnehmen, entscheiden und sich kontinuierlich anpassen. Seit über 20 Jahren mache ich diese Überzeugung zur Praxis.
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Über 20 Jahre beim gleichen Unternehmen arbeiten, sich dabei stets weiterentwickeln und kein bisschen Innovationsfreude verlieren? Wie das geht, zeigt das spannende Interview mit Romano Roth, Chief of DevOps und Partner bei Zühlke Group. Welche Rolle dabei eine wachstumsorientierte Haltung, Neugier, Selbstreflexion und die Feedback-Kultur im Unternehmen spielen, erläutert Romano im Career Design Interview.

Interview: Claudia Scherrer

Quelle: myworklifedesign.ch

Vereinfacht gesagt, indem das Unternehmen in mich investiert hat. Vom ersten Tag an wurde ich unterstützt, gecoacht und man hat mir immer Entwicklungsperspektiven aufgezeigt. Ich hatte beispielsweise die Möglichkeit, einen EMBA zu machen, um herauszufinden, ob ich eine Managementkarriere oder eine technische Karriere verfolgen möchte. Dies hat mir enorm geholfen, meine Karriere zu formen und ermöglicht, mich ständig weiterzuentwickeln. Für mich gibt es keinen Grund, zu einem anderen Unternehmen zu wechseln.

Ich startete direkt nach der Universität als Junior Software-Entwickler. Damals war ich ziemlich überwältigt von der Grösse und der Komplexität meines ersten Projekts. Das Grossartige war, dass ich vom ersten Tag an extrem gut unterstützt wurde durch meine Kollegen. Sie haben sich die Zeit genommen, mir Dinge zu erklären und Aufgaben gegeben, die meinem Skill-Level entsprechend waren. Dies hat von Anfang an ein Gefühl der Verbundenheit gegeben. So habe ich mich weiterentwickelt, wurde Advanced Software Engineer, dann Expert Software Engineer. Zuerst habe ich mich stark mit der Technologie beschäftigt und bin dort immer besser geworden. Dann stand der Schritt Richtung Architekt an. Ich habe mich mit Architekturen, der Zusammenarbeit im Team und der Führung von Teams beschäftigt. Irgendwann war die Zeit reif für den Schritt Richtung Consultant. Dabei haben mich immer die folgenden Fragen beschäftigt, welche auch eine Herzensangelegenheit von mir sind: Wie können wir etwas automatisieren? Wie können wir Qualität sicherstellen? Wie können wir kontinuierlich Wert liefern? Darum bin ich rasch auf das Thema CI/CD (Continuous Integration und Continuous Deployment) gekommen. Und als das DevOps Movement gestartet ist, bin ich dort aufgesprungen. Heute begleite ich Unternehmen bei ihrer DevOps oder Agile Transformation und bin einer der Organisatoren der DevOps Meetups in Zürich und der DevOpsDays Zürich. Das DevOps Thema liegt mir wirklich am Herzen. Darum mache ich auch so viele Videos dazu.

Als mein Schritt Richtung Distinguished Consultant anstand, habe ich dediziertes Coaching für Auftrittskompetenz erhalten. Die Trainerin Sabine Stücheli hat mich auf Video aufgenommen, um meine Auftritte zu reflektieren. Sie hat mir empfohlen, mich selbst zu Trainingszwecken regelmässig aufzunehmen und mit Stimme, Gestik, etc. zu experimentieren. Ich habe das gemacht und dachte: „Hey, das sind eigentlich gar nicht mal so schlechte Videos geworden…" Ich habe mal ein Video auf YouTube hochgeladen, um zu schauen, ob das etwas bringt. Die Resonanz war enorm positiv. Dies hat mich ermutigt, die Qualität der Videos stets zu verbessern und diesen Kanal weiter zu nutzen, um über meine Themen zu sprechen: YouTube

Es gibt mehrere Faktoren. Erstens muss man echtes Interesse und Neugier mitbringen. Du musst Hunger nach Wissen haben. Zweitens muss man ein Change-Mindset mitbringen. Man darf nicht zu fixiert sein auf einen Weg und muss die Bereitschaft haben, seine Haltung stets zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen.

Neben echtem Interesse und Neugier muss man ein Change-Mindset mitbringen. Man darf nicht zu fixiert sein auf einen Weg und muss die Bereitschaft haben, seine Haltung stets zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen.

Das ist genau das Ding. Wichtig ist, dass man im Gespräch mit anderen oder Weiterbildungen herausfindet, was für einen passend ist. Eine gewisse Zeit war UX das Thema für mich. Auf dem Weg habe ich gemerkt, dass ich DevOps noch spannender finde. In 5 Jahren finde ich vielleicht wieder etwas anderes interessanter. Es ist enorm wichtig, diese Flexibilität und Agilität beizubehalten, um auch Dinge ändern zu können. Was ich oft mache ist eine Eigen-Retrospektive. Ich reflektiere etwa alle 14 Tage, was gut gelaufen ist und was ich verbessern könnte. Die Verbesserungsmöglichkeiten setze ich dann um. Für eine erfolgreiche Karriere erachte es als sehr wichtig, dass man kontinuierlich an sich arbeitet, sich selbst reflektiert und verbessert.

Was ich oft mache ist eine Eigen-Retrospektive. Ich reflektiere etwa alle 14 Tage, was gut gelaufen ist und was ich verbessern könnte. Die Verbesserungsmöglichkeiten setze ich dann um. Für eine erfolgreiche Karriere erachte ich es als sehr wichtig, dass man kontinuierlich an sich arbeitet, sich selbst reflektiert und verbessert.

Ja, definitiv. Es hat immer wieder Situationen gegeben, wo ich gescheitert bin oder etwas nicht so gelaufen ist wie es sollte. Ich habe dann aber nicht gehört: «Du bist schlecht. Du machst Fehler.», sondern vielmehr «Du bist halt noch nicht auf dem Skill-Level. Dies oder jenes kannst du machen, um dorthin zu kommen». Dank diesem Mindset bei uns im Unternehmen entstehen in solchen Situationen gute und offene Gespräche. Die Feedback-Kultur ist etwas ganz Wichtiges bei Zühlke. Die Mitarbeiter haben einen Karrierecoach. Dies ist entweder der Vorgesetzte oder wie in meinem Fall, ich bin in einem selbstorganisierten Team, ein Mentor. So hat man sehr gute Gespräche und kann Selbstbild vs. Fremdbild reflektieren.

Was Innovationsprojekte und Karrieren erfolgreich macht ist das kontinuierliche Dranbleiben. Der Prozess ist typischerweise ähnlich: Du bist an einem gewissen Ausgangspunkt und du hast einen Weg. Du weisst in etwa, wo das Ziel ist, aber du weisst nicht, was der Weg zum Ziel ist. Entsprechend machst du erste Schritte und gehst mal in eine Richtung. Das Wichtigste, in Innovationsprojekten wie auch der Karriere, ist mal zu starten und erste Schritte zu machen. Damit kann man auch mal in die falsche Richtung gehen. Dann muss man in der Lage sein, das zu akzeptieren und eine Änderung zu machen. Das ist Teil der Agilität. Wichtig ist, in kurzen Zyklen zu reflektieren. Ich würde 2-Wochen oder Monatszyklen empfehlen. Dadurch kann man die kontinuierliche Reflexion und kontinuierliche Verbesserung reinbringen.

Das ist eine gute Frage. Aktuell finde ich das Thema Selbstorganisation sehr spannend. Seit letztem Jahr bin ich in einem selbstorganisierten Team und es ist absolut grossartig. Man wächst als Einheit viel stärker zusammen. Der grossartigste Moment ist der, wo man hingeht und sagt: „Wir müssen jetzt zusammen über Löhne diskutieren." Dann wird es etwas emotional. Jeder gibt seinen Lohn preis. An diesem Punkt merkt man wie sich alles ändert, man zu einem richtigen Team zusammenwächst und das Vertrauen auf ein ganz neues Level gehoben wird. Ich finde Unternehmen sollten viel mehr in die Richtung Selbstorganisation, Empowerment und Transparenz gehen.