Am 1. Februar 2002 begann meine Reise bei Zühlke als Junior Software Engineer. Zwanzig Jahre später bin ich immer noch hier. In diesem Beitrag möchte ich teilen, wie diese 20 Jahre aussahen, was mich motiviert hat und warum ich plane, noch mindestens weitere 20 Jahre zu bleiben.
Die Anfangsjahre: Start als Junior (2002-2004)#
Nach einem sehr anspruchsvollen Bewerbungsgespräch wurde ich bei Zühlke eingestellt und kam in die Abteilung für Windows und Embedded Solutions, geleitet von Philipp Sutter (der heute Verwaltungsratspräsident bei Zühlke ist). Damals hatte Zühlke 219 Mitarbeitende mit Standorten in Zürich, Frankfurt und London.
Mein erstes Projekt war im Industriebereich. Dort entwickelten wir eine grosse C++-Applikation zum Entwerfen von Kraftwerken und zur Berechnung ihrer Effizienz. Von Anfang an erhielt ich Schulungen in .NET, dem Rational Unified Process und Design Patterns. Eines der grossartigsten Erlebnisse war das fünftägige Camp, bei dem die ganze Abteilung an einen abgelegenen Ort fuhr und wir gemeinsam codierten und neue Technologien erkundeten.
Genau als ich anfing, traf die Dotcom-Krise die gesamte IT-Branche. Ich war einer der letzten Angestellten, die in den nächsten zwei Jahren bei Zühlke eingestellt wurden. Das Highlight war zu sehen, wie das Zühlke-Management mit dieser Krise umging: transparent und fürsorglich.
In diesen Jahren schlug ich auch neue soziale Events bei Zühlke vor: ein Snow Event, bei dem die ganze Abteilung in die Berge zum Skifahren ging, und ein Game Event, bei dem wir zusammen Computerspiele spielten. Beides wurde ein grosser Erfolg.
2004 war die Krise vorbei. Ich wurde zum Advanced Software Engineer befördert und begann mit der Migration der Kraftwerks-Software von C++ nach C#/.NET.
Wachstum in neue Rollen (2005-2009)#
2005 wechselte ich die Branche und kam in den Versicherungsbereich, wo ich WinForms-Applikationen in .NET entwickelte. Da ich unsicher war, ob ich eine rein technische Karriere verfolgen oder in Richtung Management gehen sollte, begann ich ein Executive MBA.
2007 wurde ich Expert Software Engineer. Mein neues Projekt war am Flughafen, wo wir die neueste Technologie der damaligen Zeit einsetzten: die Windows Presentation Foundation (WPF). Ich führte auch den WPF Architecture Blueprint ein, der heute noch in Legacy-Projekten verwendet wird.
2008 begann mit einem dreimonatigen Sabbatical durch Australien und Neuseeland mit meiner Frau. Dann kam die Finanzkrise. Wieder einmal bewältigte das Zühlke-Management die Situation beeindruckend.
2009 wurde ich zum Lead Software Architect befördert. Zusammen mit einem Kollegen gründete ich den .NET Architectural Circle, eine der ersten Communities of Practice bei Zühlke. Er wurde zum Vorbild für alle heutigen Communities of Practice. Dies war auch das Jahr, in dem Bitcoin erfunden wurde und die ersten DevOpsDays in Gent stattfanden, die die weltweite DevOps-Bewegung auslösten.
Vom Architekten zum Partner (2010-2016)#
2010 gründete ich zusammen mit Kollegen die Client Technology Days, eine zweitägige Minikonferenz in der Schweiz mit Fokus auf User Experience, UI-Design und Benutzeroberflächentechnologie. Dieses Event wurde so erfolgreich, dass wir es in den folgenden Jahren mehrfach durchführten. Schliesslich inspirierte es Zühlke zur Gründung der Software Engineering Days, einer globalen Konferenz für alle Software Engineers.
2013 wurde ich zum Principal Consultant befördert und wechselte in die Bankenbranche. 2014 wurde ich Teamleiter in der neu gegründeten Client Technology Unit.
Der grösste Meilenstein kam 2016, als ich die Ehre hatte, Partner der Zühlke Gruppe zu werden. Zühlke war zu diesem Zeitpunkt auf 834 Mitarbeitende gewachsen. Ich ging auch auf mein zweites Sabbatical: sechs Monate durch die USA, Kanada, die Osterinseln und Bora Bora.
Die DevOps-Ära (2017-2022)#
Nach meiner Rückkehr vom Sabbatical blieb ich in der Bankenbranche, fokussierte mich aber zunehmend auf DevOps. Ich absolvierte ein Führungstraining in Ashridge in England und half bei der Etablierung mehrerer interner Events: die DevOpsDays bei Zühlke und die Architecture Days bei Zühlke.
2020 wurde ich zum Distinguished Consultant befördert und konzentrierte mich auf agile Transformationen und DevOps-Transformationen. Trotz der COVID-Krise wuchs Zühlke auf 1'234 Mitarbeitende und bezog ein wunderschönes neues Büro (das wir wegen COVID leider nicht besuchen konnten).
2021 war ein aussergewöhnliches Jahr. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen etablierten wir Lean Portfolio Management, Participatory Budgeting und gründeten die DevOps Practice bei Zühlke. Das Unternehmen wuchs auf 1'620 Mitarbeitende und eröffnete neue Standorte in Porto und Ho-Chi-Minh-Stadt.
20 Jahre in Zahlen#
Ein Rückblick auf 20 Jahre in Zahlen:
- 4'943 Tage oder rund 42'000 Stunden bei Zühlke
- 160 Schulungen mit rund CHF 100'000 investiert in meine Weiterbildung
- 34 Zertifikate erworben
- 19 Camps (wären 20 gewesen ohne COVID)
- 100+ soziale Events mit Teams
- 25 Projekte mit 15 Kunden in 8 Branchen
- 3 Sabbaticals
Warum es sich lohnt zu bleiben#
Zühlke investiert stark in die Weiterbildung der Mitarbeitenden. Die Camps sind grossartig: Zeit zum Austauschen und gemeinsamen Erkunden neuer Technologien. Neben den Camps gibt es unzählige soziale Events und eine Kultur, die dazu ermutigt, neue Initiativen voranzutreiben. Ob Snow Event, Game Event, Client Technology Days, Lean Portfolio Management oder Participatory Budgeting: Ich hatte immer die Freiheit, Neues vorzuschlagen und umzusetzen.
Als ich bei Zühlke anfing, traf ich Leute, die bereits 5, 10 oder sogar 20 Jahre dabei waren. Ich war überrascht, dass so viele so lange blieben. Jetzt bin ich selbst einer dieser Leute. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch weitere 20 Jahre bei Zühlke bleiben werde.
