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Warum 93 Prozent deines KI-Budgets an der falschen Stelle liegen
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Warum 93 Prozent deines KI-Budgets an der falschen Stelle liegen

·7 min
Autor
Romano Roth
Ich bin überzeugt: Der nächste Wettbewerbsvorteil ist nicht AI selbst, sondern die Organisation drumherum. Als Group Chief AI Officer bei Zühlke arbeite ich mit C-Level-Führungskräften daran, Unternehmen zu bauen, die wahrnehmen, entscheiden und sich kontinuierlich anpassen. Seit über 20 Jahren mache ich diese Überzeugung zur Praxis.

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93/7: Die Budgetaufteilung, die dein KI-Programm umbringt
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Diese Zahl hat einen Nerv getroffen. Mein Post über die 93/7-Aufteilung (93 Prozent der KI-Budgets gehen in Technologie, 7 Prozent in Menschen und Prozesse) hat über 10'000 Menschen erreicht und eine echte Debatte ausgelöst.

Das Muster ist über Organisationen hinweg schmerzhaft konstant: Ein Team baut eine brillante Demo, alle feiern, und dann bleibt die Adoption stehen. Nicht weil das Modell zu schwach wäre. Sondern weil KI auf Folgendes trifft:

  • unklare Entscheidungsbefugnisse
  • unsaubere Workflows
  • fehlende oder unsaubere Daten
  • Angst, Skepsis und null Zeit zum Lernen

Was die Unternehmen anders machen, die KI wirklich skalieren:

  • in Fähigkeiten investieren, nicht nur in Software
  • den Workflow neu entwerfen, nicht nur die Oberfläche
  • Leitplanken und Operating Model früh definieren
  • Teams die Zusammenarbeit mit KI beibringen, statt nur “ein Tool benutzen”
  • Erfolg an Ergebnissen messen, nicht an Tokens

KI ist kein Technologieprojekt. KI ist ein Upgrade des Operating Models. Und dein Budget sollte das abbilden.

Ausführlicher habe ich das in meinem neuen IT-Daily-Artikel geschrieben: Wie Unternehmen zum Cybernetic Enterprise werden.

Mein KI-Ausblick auf 2026: 8 Vorhersagen
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Diesen Monat ist mein KI-Orakel 2026 bei IT-Daily erschienen. Die Kernthese: Die Gewinner 2026 haben nicht das beste Modell. Sie haben die beste Fähigkeit, unter realen Bedingungen Wirkung zu erzeugen.

Die Vorhersagen in Kurzform:

  1. Die KI-Blase platzt wahrscheinlich (getrieben von der Makroökonomie, nicht von der Technologie)
  2. Lokale Modelle werden zum Standard: hybride Portfolios lösen “eine Cloud, ein Modell” ab
  3. Das Cybernetic Enterprise wird zur eigentlichen Strategie: Feedback Loops statt Silos
  4. Eine Cybernetic Platform wird zur Pflicht: Self-Service, Policy as Code, Observability
  5. AI-native Software Engineering wird zum Standard: Steuerbarkeit vor Geschwindigkeit
  6. Die nächste Kompetenzlücke kommt: der heutige Einstellungsstopp ist die Fähigkeitslücke von morgen
  7. KI-Agenten werden endlich produktiv: durch Engineering, nicht durch Hype
  8. KI verschiebt sich von Produktivität zu Beziehung: emotionale Sicherheit braucht Standards, bevor ausgerollt wird

2026 geht es nicht um mehr KI. Es geht darum, KI zuverlässig, sicher und kosteneffizient zu betreiben, und zwar im grossen Massstab.

Der Aufstieg des Agentic Enterprise
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Diesen Monat habe ich mich mit Prof. Dr. Oliver Gassmann (HSG) darüber unterhalten, was es wirklich braucht, um vom KI-Hype zu echtem Geschäftswert zu kommen. Das ganze Gespräch ansehen.

Die zentrale Spannung, die wir ausgelotet haben:

  • Agentic Enterprise = KI-Agenten führen Prozesse autonom aus
  • Cybernetic Enterprise = Menschen und KI steuern das Unternehmen über schnelle Feedback Loops

Die meisten Organisationen stehen heute bei dem, was ich agentische Inseln nenne: Agenten schaffen 5 bis 7 Schritte, dann muss ein Mensch nachschärfen, prüfen, entscheiden. Das ist kein Scheitern. Das ist die Realität.

Was tatsächlich scheitert, ist der typische Ansatz: “Prozess behalten. KI draufsetzen. Sich wundern, dass sich nichts bewegt.”

Der Weg nach vorn: den Wertstrom kartieren, zuerst vereinfachen, dann end to end neu entwerfen und Ownership einfordern. Wenn ein Agent ein Ergebnis produziert, verantwortet immer noch ein Mensch das Resultat.

OpenClaw: ein Open-Source-Agent, den man beobachten sollte
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Ich habe diesen Monat drei Posts über OpenClaw geschrieben (früher Moltbot/Clawdbot), einen quelloffenen KI-Assistenten aus Wien, der zu einem der meistdiskutierten Projekte im Agentenumfeld geworden ist (Überblick, Architektur im Detail, Security Hardening).

Was ihn interessant macht:

  • TypeScript-CLI, die sich mit Messaging-Plattformen verbindet (Telegram, Slack, WhatsApp)
  • Ruft LLMs von Anthropic, OpenAI oder lokale APIs auf
  • Führt Tools und Shell-Befehle lokal, in der Sandbox oder remote aus
  • Memory-System mit hybrider Suche (Vektor und Keyword)
  • Agenten können Sub-Agenten mit isolierten Sessions starten

Meine Erfahrung aus der Praxis: Ich wollte ein “gemütliches Sonntagsprojekt”. Stattdessen habe ich einen ganzen Sonntag mit Security Hardening verbracht. Die Installation lief problemlos, aber ein Security Review hat mehrere kritische Punkte aufgedeckt. Klassische “läuft super, aber…"-Defaults. Ports, Mounts, Root-Container, Credentials. Alles musste angefasst werden.

Erkenntnis: KI-Assistenten selbst zu hosten wird einfach. Sie sicher zu betreiben ist weiterhin eine Engineering-Aufgabe. Und genau in dieser Lücke liegt der eigentliche Wert.

KI ersetzt keine Entwickler. KI ersetzt deinen Software-Prozess.
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Die meisten Gespräche über KI im Engineering hängen bei der Geschwindigkeit fest. Das ist die Falle.

Die eigentliche Geschichte heisst technische Deflation: Software wird dramatisch billiger in der Herstellung. Gewinnen werden nicht die Teams, die schneller tippen. Gewinnen werden die Teams, die ihr Produktionssystem neu entwerfen.

Dan Shapiros Einteilung bringt auf den Punkt, was ich beobachte:

  • Level 0 bis 2: KI als Helfer → Praktikant → Kollege (hier stehen die meisten Teams)
  • Level 3: Agent Manager (dein Alltag besteht aus dem Review von Diffs)
  • Level 4 bis 5: spezifizieren und orchestrieren → Dark Factory

Meine Einschätzung: Der nächste Wettbewerbsvorteil ist nicht Codequalität. Er heisst Spec-Qualität und Verifikation.

In einer deflationären Welt gilt:

  • Specs werden zum neuen Quellcode
  • Tests werden zur neuen Steuerungsebene
  • Review wird zur Produktfunktion statt zur lästigen Engineering-Pflicht

Das ist Kybernetik, angewandt auf Software Delivery: enge Schleifen, klare Signale, automatische Korrektur. Damit verbessert sich das System bei jedem Durchlauf und nicht jedes Quartal.

Wärst du bereit für eine 60-jährige Karriere?
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Mein meistgelesener Post diesen Monat (11K Impressions) hatte nichts mit KI zu tun. Es ging um Longevity.

Weil die Lebenserwartung steigt, wird das klassische Modell Ausbildung → Karriere → Ruhestand hinfällig. Wir bewegen uns auf mehrstufige Lebensläufe und Karrieren jenseits von 50 Jahren zu.

Drei Trends, die für Führungskräfte zählen:

  1. Die Longevity Economy (8 Billionen Dollar heute, 12 Billionen bis 2030) formt Märkte um
  2. Generationenübergreifende Arbeitsplätze mit bis zu sechs Generationen verlangen altersinklusive Führung
  3. Social Media und Longevity: 67 Prozent der Amerikaner halten sich selbst für Biohacker

Für Organisationen heisst das: Pensionskassen, gleitender Ruhestand, Reskilling-Programme und Arbeitsplätze als Gesundheitsorte neu denken. Longevity ist nicht nur ein Gesundheitstrend, sondern eine Führungs- und Geschäftsstrategie.

Mein aktueller AI-Stack
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Claude Code: inzwischen mein Hauptwerkzeug. CLI, Coding, agentische Arbeit, Schreiben, Analyse. Alles. Arbeitet direkt auf meinem Dateisystem, kein Hin- und Herkopieren zwischen Tools. Das passt zu meiner Arbeitsweise.

Perplexity: Web-Recherche mit echten Quellen.

NotebookLM: Dokumente einwerfen, Audio- und Video-Zusammenfassungen herausbekommen.

Gemini: Bildgenerierung. Am besten und am schnellsten.

Gamma: Folien und Präsentationen. Schnell, AI-native und für die meisten Fälle gut genug, um PowerPoint auszulassen.

ChatGPT: gekündigt, nachdem ich von Tag eins an Nutzer war. Die Ergebnisqualität ist gesunken. Mir ist aufgefallen, dass das Modell mitgelieferte Dokumente oder Links oft gar nicht liest, solange man nicht ausdrücklich nachhakt. Claude Code hat es vollständig ersetzt.

OpenClaw: schon wieder aufgegeben. Die Sicherheitsbedenken waren zu gross und es passte nicht in meinen Workflow. Eine gute Erinnerung daran, dass “läuft” und “produktionsreif” sehr verschiedene Dinge sind.

Diesen Monat vibe-coded (private Projekte)
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Ja, ich vibe-code auch. Das ist diesen Monat passiert:

  • Website-Migration (Fortsetzung): Ich arbeite weiter an romanoroth.com und cyberneticenterprise.com. Dabei sind einige sehr hässliche Stellen aufgetaucht, die repariert werden müssen. Vibe Coding ist grossartig, bis man sich anschaut, was dabei herausgekommen ist.
  • Mein eigener KI-Assistent: gebaut, ausprobiert, schon wieder aufgegeben. Keine Zeit, noch ein Nebenprojekt zu pflegen.

Community Corner
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DevOpsDays Zürich 2026: Wir haben 387 Talks, 47 Workshops und 28 Ignite-Vorschläge erhalten. Die Programmankündigung kommt bald.

DevOps Meetup Zürich: Im Februar ging es um RTE-Erschöpfung und die Nachhaltigkeit von Pikett-Diensten.

Sovereignty in Practice Study 2026: Gemeinsam mit VSHN haben wir eine Studie zur digitalen Souveränität in der Schweiz gestartet. 5 bis 7 Minuten, offen bis 31. März. Die Ergebnisse gibt es am 3. Juni am DevOps Meetup Zürich.

CAS Enterprise Architecture (HSLU): Die dritte Durchführung startet am 13. März, neu mit einem eigenen Tag zu KI-Anwendungen. Infoveranstaltungen: 24. Februar, 9. März, 1. Juni.

CAS Digital Transformation (HSLU): Start am 20. März. Wie du deine Organisation durch die digitale Transformation führst. Infoveranstaltungen: 9. März, 1. Juni.

CAS DevOps Leadership (HSLU): Start am 24. April. Führung und agile Methoden für moderne Software Delivery. Infoveranstaltungen: 25. Februar, 9. März, 10. April, 1. Juni.

Certified AI-Native Change Agent: Die Ausbildung mit Nikolaos Kaintantzis und David Baer abgeschlossen. Die grösste Erkenntnis: Aus KI-Hype lieferbaren Wert zu machen verlangt, Führung, Engineering und Endnutzer auf eine Linie zu bringen. Und den PoC-Friedhof hinter sich zu lassen.

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