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NZZ: Erfasst die KI-Entlassungswelle die Grosskonzerne?
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NZZ: Erfasst die KI-Entlassungswelle die Grosskonzerne?

Autor
Romano Roth
Ich bin überzeugt: Der nächste Wettbewerbsvorteil ist nicht AI selbst, sondern die Organisation drumherum. Als Group Chief AI Officer bei Zühlke arbeite ich mit C-Level-Führungskräften daran, Unternehmen zu bauen, die wahrnehmen, entscheiden und sich kontinuierlich anpassen. Seit über 20 Jahren mache ich diese Überzeugung zur Praxis.
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Zusammenfassung
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Bei Sunrise folgt eine Entlassungswelle auf die nächste. Anfang Jahr strich der Telekomkonzern 147 Stellen, nun könnten bis zu 450 weitere Arbeitsplätze wegfallen. Sunrise prüft «eine umfassende Neuausrichtung des Betriebsmodells» und will dank KI effizienter werden. Mitarbeitende, mit denen die NZZ am Sonntag gesprochen hat, vermuten hinter dem Abbau den Bonus der Geschäftsleitung. Sunrise bestreitet das.

Vincent Kaufmann, Direktor der Anlagestiftung Ethos, verweist auf den Druck durch hohe Schulden und die Anreize des Managements. Er erwartet, dass bald auch andere Firmen, insbesondere Banken, solche Pläne verkünden. Mark Diethelm, Aktienanalyst bei Vontobel, sieht Telekomfirmen im Vorteil, weil ihre Netze und die Administration bereits weitgehend digitalisiert sind. In wachsenden Märkten nutzen Firmen KI laut Diethelm, um mit gleichem Personalbestand mehr Umsatz pro Mitarbeitendem zu erzielen.

Der ETH-Arbeitsmarktökonom Michael Siegenthaler beobachtet seit 2023 einen bemerkenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Hochqualifizierten, vor allem in Berufen, die der generativen KI stark ausgesetzt sind. Die Erwerbslosenquote lag im zweiten Quartal bei 4,9 Prozent.

Meine Zitate
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Ich halte Sunrise für einen Anfang:

«Ich befürchte, dass in den kommenden Monaten viele Unternehmen aus personalintensiven Branchen wie Finanzdienstleistungen oder Telekom entsprechende Ankündigungen machen werden und Sunrise nur der Anfang war.»

Bei Firmen, die ihre Ziele schwammig formulieren, liegt der Verdacht auf AI-Washing nahe:

«Gerade wenn man an der Börse ist, tönt es halt viel besser, zu kommunizieren, ‹wir werden dank KI effizienter›, statt zu sagen, ‹wir sind fett geworden und müssen entschlacken›.»

Das echte Effizienzpotenzial liegt dort, wo Firmen historisch gewachsene Prozesse komplett neu denken oder ganz abschaffen. Genau daran hängen aber Stellen:

«Das ist sehr schmerzhaft für die betroffenen Personen, deren Stellen an diesen Prozessen hängen.»

Daraus entsteht massiver Widerstand. Das entnervte Management behilft sich dann oft mit Stellenabbau, weil die verbleibende Belegschaft so zu mehr Effizienz gezwungen ist und die vorhandenen KI-Tools endlich einsetzt.


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