Die Chefs der grossen AI-Labs warnen öffentlich vor ihren eigenen Modellen und fordern, das Tempo zu drosseln. Wochen später kommt trotzdem ein Release nach dem anderen. In Folge 10 von Prompt & Proper fragen Steffen Ochsenreither von der Post und ich, was hinter dieser Angstmache steckt. Unsere Antwort: Das Risiko liegt weniger in superintelligenten Modellen als in Agenten, denen wir zu viele Rechte gegeben haben.
Haben Sie Angst vor KI? Viele haben sie, und die Branche nährt diese Angst gern. Angst bringt Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit bringt Geld.
Der Vortrag nimmt die beiden grossen Ängste nacheinander auseinander. Bringt uns KI alle um? KI-Agenten werden nicht böse. Sie spielen die Rolle, die wir ihnen geben. Die eigentliche Frage ist, ob wir dem Schauspieler ein echtes Gewehr in die Hand drücken, und diese Entscheidung treffen Menschen. Nimmt uns KI die Jobs weg? Die Daten zeigen keine Massenarbeitslosigkeit, noch nicht. Getroffen ist aber der Berufseinstieg, also die Jobs, die vor allem aus Aufgaben bestehen. Und die Latte für menschliche Arbeit steigt vom Durchschnitt an die Spitze. Das ist schon früher passiert, über Jahre. Diesmal geht es in Monaten.
Der Preis pro Token fällt seit Monaten. Die Rechnung steigt trotzdem. In Folge 9 von Prompt & Proper vergleichen Steffen Ochsenreither von der Post und ich, was wir in unseren Organisationen sehen, und auf beiden Seiten zeigt sich dasselbe Muster: Je mehr wir agentisch entwickeln, desto schneller wächst der Verbrauch, und zwar schneller, als die Modellpreise sinken.
Jahrelang lautete die Frage: „Kann KI das schon?“ Das ist heute nicht mehr die Frage. Denn Agentic AI kann heute erstaunlich viel selbst übernehmen. Der Engpass ist nicht mehr die Maschine.
Eine Dark Factory ist eine Fabrik, in der man das Licht ausschalten kann, weil niemand mehr auf dem Boden steht. In China werden so bereits Handys gebaut. In Folge 8 von Prompt & Proper nehmen Steffen Ochsenreither von der Post und ich das Konzept und legen es auf die Softwareentwicklung: Ziel rein, fertige Software raus, kein Mensch dazwischen.
Wir haben in diesem Podcast schon viel über Technik geredet und über die Auswirkungen von KI. In Folge 7 von Prompt & Proper nehmen Steffen Ochsenreither von der Post und ich uns die Transformation selbst vor. Also nicht, was KI in einem Unternehmen macht, sondern wie man ein Unternehmen auf KI ausrichtet.
Als Chief AI Officer soll ich eine KI-Strategie aufsetzen, und schon bei der Überschrift wird es zäh. AI-First, AI-Native, AI-Enabled, AI-Ready, AI-Shaped, AI-Augmented. In Folge 6 von Prompt & Proper gehen Steffen Ochsenreither von der Post und ich die Begriffe durch und landen an einer anderen Stelle, als die Frage vermuten lässt.
Ein Proof of Concept ist heute schnell gebaut, und genau darin liegt das Problem. Klassisch blieben rund 70 Prozent aller PoCs in der PoC-Phase stecken. Mit KI liegt die Quote nach den Studien, die Steffen verfolgt, jenseits von 90 Prozent.
Die CEOs der grossen KI-Firmen werden nicht müde zu behaupten, KI werde bis zu 40 Prozent aller Jobs vernichten. Die Schlagzeile wirkt. Steffen wird von Schulabgängern gefragt, ob sich ein Tech-Studium überhaupt noch lohnt, und eine deutsche Hochschule hat inzwischen davon abgeraten, Computer Science zu studieren.
Christoph Gulden hat mich für seinen Thought Leaders Talk eingeladen. Christoph prüft beruflich Investitionsentscheidungen, ich begleite Unternehmen durch Technologiewellen. Herausgekommen ist ein Streitgespräch über die 90 Prozent der AI-Piloten, die nie in Produktion gehen, und darüber, was das für die nächste Investitionsentscheidung heisst. An einer Stelle widerspricht Christoph mir offen, und er hat damit recht. Der Dialog steht hier so, wie wir ihn gemeinsam erarbeitet haben. Das Original ist auf LinkedIn erschienen.
Wenn über KI und Jobs geredet wird, geht es fast immer um Entwickler. Der grössere Teil der Arbeitswelt sitzt aber woanders, in Büros, in HR, im Marketing, in der Verwaltung.
Auf LinkedIn lese ich immer wieder, Agentic Coding mache Teams um den Faktor 10 produktiver. Das ist gutes Marketing. Mit dem, was wir in Projekten messen, hat es wenig zu tun.