Ein Proof of Concept ist heute schnell gebaut, und genau darin liegt das Problem. Klassisch blieben rund 70 Prozent aller PoCs in der PoC-Phase stecken. Mit KI liegt die Quote nach den Studien, die Steffen verfolgt, jenseits von 90 Prozent.
Die CEOs der grossen KI-Firmen werden nicht müde zu behaupten, KI werde bis zu 40 Prozent aller Jobs vernichten. Die Schlagzeile wirkt. Steffen wird von Schulabgängern gefragt, ob sich ein Tech-Studium überhaupt noch lohnt, und eine deutsche Hochschule hat inzwischen davon abgeraten, Computer Science zu studieren.
Wenn über KI und Jobs geredet wird, geht es fast immer um Entwickler. Der grössere Teil der Arbeitswelt sitzt aber woanders, in Büros, in HR, im Marketing, in der Verwaltung.
Auf LinkedIn lese ich immer wieder, Agentic Coding mache Teams um den Faktor 10 produktiver. Das ist gutes Marketing. Mit dem, was wir in Projekten messen, hat es wenig zu tun.
Viele KI-Projekte scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern schon vorher, an einem Denkfehler: der Jagd nach dem einen grossen Use Case, dem Leuchtturm-Projekt.
Das ist der Start meines neuen Podcasts Prompt & Proper, den ich zusammen mit Steffen Ochsenreither von der Post mache. Alle zwei Wochen, auf Deutsch, praxisnah und ohne Marketing-Sprech. In Folge 1 nehmen wir den „Riesen-Use-Case-Irrtum" auseinander: warum das Management-Signal „wir machen jetzt KI" so oft im Nichts endet und was ein guter erster Use Case wirklich braucht.